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Erinnerungen & Geschichten

Blitzeinschlag 1871, ein Bericht von Friedrich Clotz


In der Nacht des 29. Juli, um 11 1/4 Uhr schlug der Blitz in den hiesigen Kirchturm ein.

Der Lauf des Blitzes begann am Kopf des Thurmes, von wo aus er an einem Spann des Thurmdaches herablief, den er furchtbar zerschmetterte und außen Holz und Schiefer arg zerfetzte.

Am Kreuz des Dachstuhls herübergehend lief er über die kleine Glocke den Schacht herunter, war spurlos veschwunden, dann an einer eisernen Seitenstange des Uhrgestells auf den Boden der Kirche.

Hier nahm er seinen Lauf über die Mitte des Bodenfaches, das er über den Stützpfosten armsdick aufwühlte und von der Erschütteruntg unter dem Stütztpfosten alle Lehmbekleidung und Tünch in die Kirche fiel.

Unter dem Dach außen angekommen, ging er auf der Südseite an der Außenwand der Kirche herab auf eine Waschbütte, an der er oben am Rand ein Stückchen Holz abschlug, dann im Halbkreis um den obersten eisernen Rand der Bütte und von da hinab in die Erde.

Gott sei Dank, daß es ein kalter Schlag war und kein Brand entstand. Der angerichtet Schaden betrug nach Aufnahme des Bauaufsehers 150 Gulden.

Friedrich Clotz


geboren 1816 in Groß-Umstadt, gestorben 1908 in Queck bei Schlitz.

Pfarrer in Hausen von 1871 - 1889

Clotz pflanzte 1883 die Lutherlinde.

Die Zeichnungen stammen von seinem Schwager Hoffmann.

Die Abbildungen sind dem Bildband "Das Fenster zur Vergangenheit" von Walter Loth (Pohlheim 2001) entnommen.