Erinnerungen & Geschichten
Blitzeinschlag 1871, ein Bericht von Friedrich Clotz
In der Nacht des 29. Juli, um 11 1/4 Uhr schlug der Blitz in den hiesigen Kirchturm ein.
Der Lauf des Blitzes begann am Kopf des Thurmes, von wo aus er an einem Spann des Thurmdaches herablief, den er furchtbar zerschmetterte
und außen Holz und Schiefer arg zerfetzte.
Am Kreuz des Dachstuhls herübergehend lief er über die kleine Glocke den Schacht herunter, war spurlos veschwunden, dann an einer
eisernen Seitenstange des Uhrgestells auf den Boden der Kirche.
Hier nahm er seinen Lauf über die Mitte des Bodenfaches, das er über den Stützpfosten armsdick aufwühlte und von der Erschütteruntg unter dem Stütztpfosten alle
Lehmbekleidung und Tünch in die Kirche fiel.
Unter dem Dach außen angekommen, ging er auf der Südseite an der Außenwand der Kirche herab auf eine Waschbütte, an der er oben am Rand ein Stückchen Holz abschlug,
dann im Halbkreis um den obersten eisernen Rand der Bütte und von da hinab in die Erde.
Gott sei Dank, daß es ein kalter Schlag war und kein Brand entstand.
Der angerichtet Schaden betrug nach Aufnahme des Bauaufsehers 150 Gulden.




