Grußworte
Liebe Hausener!
Als wir vor über 1o Jahren auf der Suche nach einer neuen Pfarrstelle waren, fanden wir sie in Hausen mit ihrer kleinen, anheimelnden Dorfkirche.
In ihr haben wir immer gerne Gottesdienste gehalten, seien es die "normalen" oder dann auch die besonderen:
für Große und Kleine, solche mit viel Musik - feierliche und fröhliche Gottesdienste.
Sie war uns ans Herz gewachsen, die Kirche, in der wir mit jedem - ihrer Größe wegen- in Augenkontakt treten konnten,
und in der im Winter manchmal Bewegung in den Reihen war - der Bankheizung wegen.
So wünschen wir der Gemeinde, daß ihre Kirche wieder stabil wird und in neuer Festigkeit
noch viele Generationen überdauert, angefüllt mit Leben - d.h.Gott zu loben, zu bitten und zu danken.
In alter Verbundenheit grüßen Christa und Rüdiger Haug,
Pfarrer in Ruhe
Grußwort von Pfarrer Heinrich Meissner
Die Hausener, nicht bloß die evangelischen, lieben ihre Kirche.
Als ich im Februar 1973 Pfarrer von Hausen und Garbenteich wurde, begann auch ich diese Kirche zu lieben. Sie war ja gerade zuvor restauriert worden, hatte wunderschöne bunte Glasfenster und einen sich ins Gesamtbild einfügenden Anbau erhalten. Hell und freundlich lud sie mich ein, darin Gottesdienst zu feiern.
Bei meiner Einführung, an Festtagen und zu besonderen Anlässen war sie gut besucht. An normalen Sonntagen kamen weniger Besucher.
Ich erfuhr nach und nach, dass eine stattliche Anzahl Hausener Christen ihre Kirche schonte, weil sie sie liebten. Sie gingen hauptsächlich an hohen Feiertagen, am Erntedankfest, bei Taufen, bei Trauungen und bei Totengedenken für Angehörige in ihre Kirche. Ansonsten überließen sie es anderen, die Gottesdienste zu besuchen. Zugezogene und Besucher von auswärts wunderten sich, wie wenige es manchmal waren, die durch einen Kirchenbesuch den Feiertag und Sonntag heiligen und so nach Luthers Erklärung zum dritten Gebot (aus seinem Kleinen Katechismus) die Predigt und Gottes Wort nicht verachten, sondern es heilig halten, gerne hören und lernen.
Einmal spürte ich besonders die große Liebe der Hausener evangelischen Christen zu ihrer Kirche. Als wir nach der Entscheidung von Kirchenvorstand und mir einen Konfirmationsgottesdienst in dem schönen, auf dem Kuhberg gerade neu errichteten Bürgerhaus hielten, damals besannen sich einige wenige auf die reformatorische Tradition und protestierten dagegen. Diese "Protestanten von Hausen" wollten, dass ihre Kinder nur dort, wo sie getauft wurden, auch konfirmiert werden, nämlich in der Kirche, die sie liebten und die sie oft genug schonten. Und sie wurden dort in einem zusätzlichen Gottesdienst konfirmiert. Fortan feierten wir Konfirmationsgottesdienst nur in der Kirche, auch wenn bei manchem Jahrgang die Enge der kleinen Dorfkirche nicht alle Gäste und Besucher aufnehmen konnte und viele während des ganzen Gottesdienstes stehen mussten.
Na ja, die alte Kirchenweisheit fand auch für die kleine und oft genug zu große Hausener Kirche ihre Bestätigung: "Wenn sie alle reingingen, gingen sie nicht alle rein; aber da nicht alle rein gehen, gehen alle rein."
Und so erlebte ich mit allen, die kamen und mitfeierten, an vielen Sonn- und Feiertagen wunderschöne Gottesdienste, die in den Alltag ausstrahlten. Und es bleibt mir unvergesslich, wie sehr Menschen ihre Kirche lieben, auch wenn sie sie nicht Sonntag für Sonntag besuchen.
Darum rechne ich damit, dass sie jetzt alles tun werden, um sie zu erhalten, auch wenn die Schäden größer sind als anfangs angenommen.
Denn: Hausener lieben ihre Kirche!

